Grundstufe

Organisation

Die Grundstufe umfasst vier Schuljahre, das 1. bis 4. Schulbesuchsjahr.

Derzeit gibt es eine Klasse in Kooperation mit einer Grundschule (Kooperative Organisationsformen).

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule wird nach Möglichkeit so gestaltet, dass sich das Schulteam und die Kinder bereits vor der Einschulung kennenlernen.

In der Grundstufe lernen die Schülerinnen und Schüler in einem festen Klassenverband, der bei Bedarf in Kleingruppen aufgeteilt wird. Zunehmend werden Kontakte zu anderen Klassen aufgebaut (in der Spielzeit, im Schwimmunterricht, Teilnahme am AG Nachmittag gegen Ende der Grundstufenzeit…)

Leitgedanken

Die Schülerinnen und Schüler sollen an den Lern- und Lebensraum Schule herangeführt werden und zu den jeweiligen Personen Beziehungen aufbauen. Dabei sind Lernformen erforderlich, die die Anbahnung von angemessenem Verhalten, den Aufbau einer Arbeitshaltung, die Konzentration und die Ausdauer fördern.

Förderschwerpunkte

Für jeden Schüler werden individuelle Förderziele formuliert.

Schwerpunkte der Förderung:

  • basaler Lernbereich (sich selbst erfahren, …)
  • Sozialverhalten (sich in der Klassengemeinschaft und in der
  • Schulgemeinschaft angemessen verhalten…)
  • Selbstversorgung (zunehmende Unabhängigkeit bei der Nahrungsaufnahme, Unabhängigkeit beim Toilettengang, Körperpflege…)
  • Spiel und Bewegung
  • Musik und Kunst kennenlernen und eigene Kreativität entwickeln.
  • Mobilität im Bereich der Schule und der näheren Umgebung
  • Kulturtechniken (Deutsch und Mathematik, wobei hierbei das Bilderlesen,
  • das Symbollesen und der pränumerische Bereich im Anfangsunterricht  wesentliche Bestandteile sind)
  • altersentsprechende Themen aus den Bildungsbereichen Mensch, Umwelt,  Gesellschaft

Konzeption Grundstufe

Kind sein

1. Grundlagen der Grundstufe

Allgemeine Beschreibung

Die Schülerinnen und Schüler werden in der Regel vier Schuljahre in relativ altershomogenen Klassen unterrichtet.

Ein möglichst konstantes Klassenteam während der gesamten Grundstufenzeit gewährleistet Kontinuität für die Schülerinnen und Schüler beim Erwerb von sozialen, emotionalen und fachlichen Kompetenzen.

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule wird so gestaltet, dass sich Schulteam und Schulanfänger bereits vor der Einschulung begegnen und kennen lernen können. Dies geschieht durch Hospitationen schon vor dem Schulbesuch, Gesprächen mit Eltern, Erzieherinnen, Mitarbeitern der Frühförderung und Therapeuten. Die frühzeitige Vernetzung der Bildungsangebote aus dem vorschulischen Bereich soll zu einem gelingenden Übergang beitragen.

Die zeitlich und inhaltlich zunächst unbekannte Strukturierung des Schulalltages, sowie schulische Arbeitsweisen werden schrittweise eingeführt. Rhythmisierung und Ritualisierung von täglich wiederkehrenden  Abläufen ermöglichen den Schülerinnen und Schülern sich zeitlich und räumlich zu orientieren. Ganzheitliches, handlungsorientiertes und individuelles Lernen bestimmen weitgehend den Unterricht.

Kooperation mit den Eltern

Die Lehrerinnen und Lehrer verstehen sich als fachkompetente Partnerinnen und Partner der Eltern und Erziehungsberechtigten. Die Elternarbeit ist in der Eingangsstufe von besonderer Bedeutung. In dieser Anfangsphase werden schon die Weichen für ein Miteinander zum Wohl des Kindes für die gesamte Schulzeit gestellt. Eine enge Begleitung, Vertrauen, Respekt und Unterstützung der schulischen Entwicklung des Kindes sollen die Grundlage für die Zusammenarbeit bilden. Dazu gehört der Austausch über das Kind, Informationen zur Schule, zu Fördermöglichkeiten, zum Bildungsplan und Einblicke in die vielschichtigen Ziele, Lernformen und Möglichkeiten der Schule für Geistigbehinderte. Es werden Elternabende (der erste schon vor der Einschulung und ein weiterer in den ersten Wochen der Beschulung), Elterngespräche, Elternbriefe, Hausbesuche, die Erarbeitung individueller Förderpläne für das Kind, Klassen- und Schulfeste und ein Tag der offenen Tür angeboten.

2. Schwerpunkte der Förderung

Unterrichtsprinzipien

Neben den genannten Unterrichtsprinzipien an der Lindenschule ist das Prinzip der personalen Zuwendung von besonderer Bedeutung: Um Schülerinnen und Schüler der Grundstufe angemessen fördern zu können und ihnen elementare Lernerfahrungen zu ermöglichen, ist ein hohes Maß an persönlicher und damit personeller Zuwendung erforderlich.

Die personale Zuwendung der Lehrperson dient der Motivation der Schülerinnen und Schüler und soll im Laufe der Grundstufenzeit allmählich hinter die Sach- und Aufgabenorientiertheit zurücktreten.

Unterrichtsziele

Der Aufbau einer positiven Einstellung zum Lernen und die Entwicklung einer selbstbewussten Persönlichkeit sind Ziele von der Eingangsstufe an. Ziel der Grundstufe ist das Heranführen der Schülerinnen und Schüler an den Lern- und Lebensraum Schule, sowie der Aufbau von Beziehungen zu den Lehrkräften, den Mitschülern und den Menschen außerhalb der Familie.

Dabei sind Lernformen erforderlich, die Anbahnung und Aufbau grundlegender Kompetenzen, wie beispielsweise angemessenes Verhalten in der Gruppe, Aufbau von Arbeitshaltungen, wie Konzentration, Neugier, Ausdauer und das Lernen in der Gruppe unterstützen.

Für jede Schülerin und jeden Schüler werden individuelle Förderziele formuliert.

Unterrichtsinhalte 

Neben allen im neuen Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte aufgelisteten Bildungsbereiche erfordert die Arbeit in der Grundstufe eine besondere Berücksichtigung der Bereiche Basaler Förderung, Selbstversorgung, Sozialverhalten, Spiel, Bewegung.

3. Unterrichtsformen

Der Unterricht in der Grundstufe findet überwiegend als Klassenunterricht statt. Dabei ist das Arbeiten in der Gesamtgruppe, in Kleingruppen oder im Einzelunterricht möglich. Arbeitsformen des offenen Unterrichts, beispielsweise das Lernen an Stationen oder Freiarbeit werden angebahnt.

Klassenübergreifende Kooperationsformen, wie gemeinsamer Sportunterricht, Feste und Projekte stellen eine Bereicherung des Schulalltags dar.

Hauptstufe

Organisation

Die Hauptstufe umfasst fünf Schuljahre, das 5. bis 9. Schulbesuchsjahr. Eine Verlängerung um ein Jahr ist möglich.

In der Hauptstufe lernen die Schülerinnen und Schüler weiterhin im festen Klassenverband. Zudem finden klassenübergreifende Lernangebote, besonders in den Bereichen Sport, Musik und den Freizeit AG’s, statt.

Leitgedanken

Schülerinnen und Schülern im Lebensalter zwischen 10 und 15 Jahren befinden sich in wesentlichen körperlichen und geistig-seelischen Entwicklungsprozessen.

Sie erleben sich bewusster und setzen sich kritischer mit sich und ihrer Umwelt auseinander.

Die Schule begleitet diese Reifeprozesse und legt dabei großen Wert auf eine enge Kooperation mit Eltern, TherapeutInnen, FamilienhelferInnen und Behörden.

Förderschwerpunkte

Die schulische Förderung orientiert sich nach wie vor an der individuellen Entwicklung und Erlebniswelt der Schülerinnen und Schüler.

Schwerpunkte der Förderung:

  • Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen)
  • Erweiterung der Selbstständigkeit durch lebenspraktisches Lernen in den Bereichen Raum, Zeit und Geld
  • Altersentsprechende Themen aus den Bildungsbereichen Mensch, Umwelt, Gesellschaft
  • Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstfindung
  • Erweiterte Mobilität und Aktivität im öffentlichen Raum/ mit öffentlichen Verkehrmitteln
  • Verhalten in der Öffentlichkeit, angemessene Umgangsformen
  • Meinungsbildung und Eigenverantwortung (SMV)
  • Sexualerziehung, angemessener Umgang mit Nähe und Distanz
  • Gezielte Bewegungsförderung: Ausdauer, Mannschaftsspiele, Teilnahme an Turnieren und Sportveranstaltungen
  • Möglichkeiten der Freizeitgestaltung durch AG Angebote
  • Schullandheimaufenthalte

Konzeption Hauptstufe

… wir begleiten die Kinder und Jugendlichen durch die Phase der Pubertät …

1, Grundlagen der Hauptstufe

Die Zeit der Hauptstufe geht vom 5. bis zum 9. Schulbesuchsjahr, d.h.  über 5 Schuljahre. Eine Verlängerung ist möglich.

In diesem Lebensalter finden wesentliche Entwicklungsprozesse statt, die sich sowohl auf körperlicher, als auch auf geistig-seelischer Ebene vollziehen. Sie bilden die Basis für die schulischen Inhalte und Methoden der Hauptstufe, die unter Punkt 2 näher erläutert werden.

Für die Schule relevante Entwicklungsprozesse der Schüler sind folgende:

– Die Schüler erkennen und erleben die Veränderungen am eigenen Körper (Vorpupertät in den ersten Jahren der Hauptstufe / Pubertät in den höheren Klassen der Hauptstufe).

– Die Schüler nehmen sich selbst als Person und ihre eigene Lebenssituation bewusster wahr.

– Vor allem in den höheren Klassen der Hauptstufe werden Sexualität, Liebe und Freundschaft wichtige Themen.

– Die Auseinandersetzung mit der Umwelt wird kritischer. Die Schüler stellen Autoritäten in Frage und testen Grenzen aus. Sie bilden sich nach und nach eine eigene Meinung.

– Die Schüler erleben ihre eigene Behinderung bewusster und auch kritischer. Sie werden im alltäglichen Leben zunehmend mit ihren individuellen Grenzen konfrontiert und dadurch herausgefordert, sich mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen.

– In der Regel vergrößert sich die persönliche Selbständigkeit der Schüler, was zu einer Erweiterung des eigenen Umfelds führt. Diese erworbene Selbständigkeit ermöglicht es den Schülern auch außerschulische Freundschaften schließen und pflegen zu können.

– Die Schüler sehen deutliche Unterschiede zwischen Schule und Freizeit und heben diese bewusst hervor.

– Schon in den ersten Lebens- und Schuljahren individuell ausgeprägte Neigungen, Bebabungen und Vorlieben der Schüler treten intensiver hervor und werden sichtbarer.

– Sofern es eine Außenklasse gibt, kehren die Außenklassenschüler nach 4 Jahren erlebter Schule in Kooperation mit einer Grundschule in ihre Stammschule zurück. Die Außenklassenschüler wie auch deren Eltern müssen sich neu orientieren und in ein für sie bisher fremdes und ungewohntes System einfinden und eingliedern.

Die in der Grundstufe angelegte enge Kooperation mit den Eltern wird aufrechterhalten. Wo nötig, werden Kontakte zu außerschulischen Partnern geknüpft und gepflegt (Therapeuten, Familienhelfer, Behörden …).

2. Schwerpunkte der Förderung

Die Schule bezieht diese sich nach und nach vollziehenden Veränderungen in ihre Unterrichtsgestaltung mit ein:

– Die Arbeit in der Schule orientiert sich nach wie vor hauptsächlich an der unmittelbaren Erlebniswelt der Schüler.

– Kulturtechniken, zu denen die Bereiche Lesen, Schreiben, Rechnen zählen, bilden einen zentralen Schwerpunkt im Unterricht.

– Das lebenspraktische Lernen bleibt weiterhin bedeutsam zur Erweiterung der Selbstständigkeit der Schüler. Die Lernbereiche Raum, Zeit und Geld bilden dabei zentrale Themen.

– Durch die Begegnung und die Auseinandersetzung mit der unmittelbaren Umwelt der Schüler wird deren Blickwinkel erweitert: z.B. Kennenlernen der näheren Umgebung in der Heimatkunde (Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Besuchen von öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken, Ausstellungen, Theater …); Kennen lernen von geschichtlichen Zusammenhängen („Ich und die Welt“); Erfahren vonnaturwissenschaftlichen Zusammenhängen.

– Adäquates und sachgerechtes Verhalten und sich Bewegen in der Öffentlichkeitwird eingeübt.

– Auf einen angemessenen Umgang zwischen Distanz und Nähe im Dialog mit bekannten und fremden Personen wird Wert gelegt.

– Die Schüler brauchen viel Unterstützung in der Stärkung ihres Selbstvertrauensund ihrer Selbstfindung. In der Hauptstufe werden Klassensprecher gewählt, die in der SMV mitarbeiten. Die Schüler werden bei vielen Entscheidungen miteinbezogen, geben ihre Meinung kund und lernen abzustimmen.

– Die Gestaltung von Freizeit bekommt immer mehr Stellenwert: Die freie Spielzeit in der Schule wird für und mit den Schülern sinnvoll gestaltet. Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu Hause werden besprochen und die Schüler zu Eigeninitiative angeregt.

– Im Sport findet vermehrt gezielte Bewegungsförderung statt. Schwerpunkte bilden Ausdauer, Mannschaftsspiele etc. bis hin zur Teilnahme an Turnieren, kooperativen Sportveranstaltungen und einer Mitgliedschaft in einem Verein.

– Gegen Ende der Hauptstufenzeit wird die Vorbereitung auf die Berufsschulstufe relevant: Dem Erlernen angemessener Umgangsformen (Höflichkeit, Ziezen von Erwachsenen, Anpassung, Tischsitten …) und dem Entwickeln einer Arbeitshaltung wird hier viel raum gegeben.

3 . Unterrichtsformen

Die schulische Inhalte werden durch verschiedene, meist bereits in der Unterstufe eingeführte Arbeitsformen vermittelt und gefestigt:

– offene Unterrichtsformen wie Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Stationsarbeit;

– Projektarbeit;

– klassenübergreifende Lerngruppen;

– lehrerzentrierter Unterricht;

– die Bildung von Neigungsgruppen innerhalb der Hauptstufe ist in Planung.

Berufsschulstufe

Organisation

Die Berufsschulsstufe umfasst in der Regel drei Schuljahre. Eine Verlängerung bis zu drei Jahren ist möglich.

Sie stellt inhaltlich, methodisch und organisatorisch einen weitgehend eigenständigen Bereich in der Schule dar.

Der Klassenverband ist größtenteils aufgelöst. Der Unterricht findet in differenzierten Lerngruppen statt. Jeder Schüler hat seinen individuellen Stundenplan, mit den für ihn passenden Angeboten.

Leitgedanken

In der Berufsschulstufe bereiten sich Jugendliche auf die selbstbestimmte Teilhabe als Mitglieder der Gesellschaft vor.

Wir begleiten und unterstützen Jugendliche ins Leben als Erwachsene. Die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln, sowie die Lebens- und Zunkunftsplanung der Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt.

Inhalte
  • „Thema“- Themen- und sachbezogener Unterricht, z.B. Erste Hilfe, Wahlen, Ernährung, Mobilität
  • Berufskunde z.B. Arbeits- und Berufsbilder, Lebenswegeplanung, Sinn von Arbeit
  • Kulturtechniken: Deutsch und Mathematik
  • Arbeitsvormittage, z.B. Werken, Kochen, Vesperverkauf, Arbeiten im Baumarkt.
  • Jobs im Schulhaus, z.B. Wäschepflege, Getränkedienst, Hilfsarbeiten Büro
  • Freizeitgestaltung
  • Wie geht es nach der Lindenschule weiter? Kennenlernen von nachschulischen Möglichkeiten
  • Projekte und AGs, z.B. Fußball-AG, Jungen- und Mädchengruppe, Englisch, Computer
  • Exkursionstage, z.B. Museum, Theater, Teilnahme an Sportveranstaltungen, Betriebsbesichtigungen
  • Kunst, Sport, Religion, Musik
Besonderheiten
  • Dem Alter entsprechend werden die Schüler mit „Sie“ angesprochen
  • Die Schüler nehmen an den Gesprächen zur Zukunftsplanung teil
  • Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern: Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), Integrationsfachdienst (IFD), Agentur für Arbeit, Landratsamt (Eingliederungshilfe), Integrationsbetriebe, Firmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Planung und Durchführung von Praktika: In der Schulküche, einmal jährlich in der WfbM, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und in Integrationsbetrieben.